Es ist klar, dass die Kosten so gering wie möglich sein sollten, am besten 0 €. Aber das ist nicht möglich, denn wenn Du ehrlich bist, auch die Zeit, welche Du in die Anlage Deines Vermögens steckst, ist Geld wert. Du könntest stattdessen arbeiten und Geld verdienen. Ein Vermögensverwalter wird im Endergebnis Arbeit für Dich übernehmen, nämlich die Verwaltung des Vermögens, und dafür wird er eine Gebühr berechnen.
Zu vermeiden ist daher an erster Stelle, dass mehrfach Gebühren bezahlt werden. Dabei geht es aber nicht um hintereinander, sondern gleichzeitig. Legt beispielsweise ein Vermögensverwalter Geld in Fonds an und das Depot liegt bei einer Bank mit Depotgebühren, so kann im Ergebnis keine vernünftige Rendite mehr dabei herauskommen. Es könnte natürlich sein, dass jeder Fonds so gut ist und durch seine Überrendite zum Marktdurchschnitt die Kosten überkompensiert. Der Vermögensverwalter wiederum könnte so gut sein, dass er wiederum diese Fonds so findet, dass im Ergebnis die Rendite immer noch über der des Marktes liegt. Aber wenn dies so einfach wäre, warum gelingt es dann so wenigen und weshalb macht der Markt dann nicht das gleiche?
Wir nähern uns also besser dem Ergebnis in dieser Frage über den Weg, was wir uns leisten können. Ausgehend von der zu erzielenden Rendite muss diese noch zusätzlich erwirtschaftet werden. Ist es unser Ziel 6% Rendite nach Kosten zu bekommen und betragen die Kosten 2%, so muss 8% möglich sein. Zunächst müssen wir also eine realistische Erwartung klären.
Was erreicht der Markt?
Stiftungsvermögen amerikanischer Universitäten mit mehreren Mrd. US$ Vermögen erreichen nach eigenen Angaben durchaus 7-8% Rendite pro Jahr, allerdings investieren sie in alternative Investments wie Wälder oder Hedgefonds, die nicht für jeden Investor zugänglich sind. Mit geringerem Vermögen sinken auch die Renditen, weshalb 6% pro Jahr für uns vermutlich maximal erzielbar sein werden, wenn wir das gleiche Risiko unserer Anlagestrategie voraussetzen. Leider immer alles vor Steuern und Inflation, von einer realen Rendite sind wir noch weit entfernt.
Um langfristig vom Zinseszins zu profitieren muss die Rendite allerdings mindestens 5% nach Kosten betragen, deshalb ist der Zielbereich schon eng begrenzt. Zwischen 5% und 6% wollen wir haben und das im langfristigen Durchschnitt. Mit einer Rendite am Aktienmarkt in Höhe von 6% im langjährigen Durchschnitt sollten die Kosten deshalb unter 1% liegen.
Interessant ist nun, dass es nur wenige aktiv gemanagte Fonds mit Gebühren unter 1% gibt, sofern diese in Aktien anlegen. Vermögensverwaltungen bei Banken kosten ebenfalls mehr und ein Vermögensverwalter wird vermutlich nur für 1% oder weniger Hand anlegen, wenn das Vermögen mindestens 1 Mio. € groß ist. Was bleibt ist also, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und gegebenenfalls einzelne Positionen beizumischen, die teurer sind.
Zwei interessante Bücher mit Abschnitten zu diesem Thema, jeweils in kurz und in lang:
Das Kapital im 21. Jahrhundert von Thomas Piketty (lange Version)
Erfolgreich investieren für Privatanleger von David F. Swensen (lange Version)
Das Kapital im 21. Jahrhundert von Thomas Piketty
Erfolgreich Investieren: Strategien für Privatanleger von David Swensen


