Die Verwaltung des Vermögens sollte mit Kosten von maximal 1% einhergehen, damit der langfristige Aufbau erfolgreich ist und der Zinseszinseffekt unterstützend wirken kann. Neben der Verwaltung des Vermögens sind jedoch noch die Transaktions- und Depotkosten sowie die Steuer zu berücksichtigen, weil nur die wirklichen Nettorenditen zählen. Aus diesem Grund werden die genannten Kosten der Reihe nach betrachtet, um zu einer aus Kostengesichtspunkten geeigneten Aufteilung des Vermögens zu gelangen.
Die Depotkosten gering zu halten ist heute einfach, zumal es eine Reihe von Banken gibt, die über eine kostenlose Depotführung verfügen, beispielsweise die consorsbank, comdirekt oder viele andere Direktbanken. Du bist dann zwar bei einer Direktbank, allerdings gibt es in den meisten Fällen zu den Online-Ordermöglichkeiten auch telefonische, solltest Du einen Ansprechpartner wünschen. Aus einem weiteren Grund führt daran aber kein Weg vorbei, weil die Transaktionskosten bei Direktbanken ebenfalls deutlich günstiger sind.
Dennoch ist bei den Transaktionskosten noch die Komponente der Häufigkeit des Handels zu betrachten. Transaktionskosten von 1% des Ordervolumens sind zwar 4-mal so hoch wie 0,25%, andererseits ist die Haltedauer der Position durchaus ebenso entscheidend. Wenn eine Position genau 1 Jahr gehalten wird, so ergibt sich bei jeweils 1% für Kauf und Verkauf eine Renditeminderung von 2%, gegenüber 0,5% im anderen Fall. Bei einer Haltedauer von 10 Jahren sinkt diese aber bereits auf 0,2% beziehungsweise 0,05% und fällt in beiden Varianten nicht mehr ins Gewicht.
Eine weitere Möglichkeit zu sparen ergibt sich aus Sparplänen, für die einige Banken bereits keine Kaufgebühren mehr berechnen. Selbst wenn dies nicht für alle Produkte gilt, wenigstens aber Indexfonds, so bieten diese dennoch eine hervorragende Gelegenheit dies zu nutzen und gleichzeitig mit geringen Managementgebühren geeignet zu diversifizieren. Ein Indexfonds hat keinen Ausgabeaufschlag kostet auf den DAX (beispielsweise WKN DBX1DA) oder EURO STOXX (WKN DBX1ET) weniger als 0,1% Managementgebühr pro Jahr, auf den S&P 500 (WKN DBX0F2) können dies zwar schon 0,2% pro Jahr sein, aber dies ist immer noch erträglich. Emerging Market (WKN DBX1EM) können dann schon einmal mit 0,65% zu Buche schlagen.
Vermögende Anleger haben weitere Alternativen, welche die Gesamtperformance steigern können
Insgesamt bei einer Aufteilung des Vermögens auf Indexfonds und einer Haltedauer von mindestens 10 Jahren sollte selbst mit einigen exotischen Varianten die gesamte Managementgebühr nicht über 0,25% betragen. Dadurch kannst Du es Dir sogar erlauben, den einen oder anderen aktiv verwalteten Fonds ins Portfolio zu nehmen, um zum Beispiel über den Ansatz vermögenserhaltend (exemplarisch Mecam Fonds Global Selection B mit WKN A0M99H für 1,2% pro Jahr zuzüglich einer fairen Performancegebühr bei jährlichen Renditen über 6% mit Berücksichtigung des Höchststandes) die Volatilität zu reduzieren. Ebenso bieten sich bankunabhängige Vermögensverwalter an, deren Gebühren sich durch den Mehrwert der Markteinschätzung für geringe Anteile des Vermögens rentieren könnten (exemplarisch GrünerFisher Investments für 1,5% pro Jahr, allerdings erst ab 250.000 €).
Fonds bieten den weiteren Vorteil, dass sie meistens in Varianten angeboten werden, die nicht ausschütten. In diesem Fall kommt es zu keiner steuerlichen Belastung bei Verkäufen und erst beim letztlichen Verkauf muss die Abgeltungssteuer auf Erträge gezahlt werden. Auch dieser Sachverhalt spricht damit für Fonds und gegen eine Vermögensverwaltung, bei der nach jeder Umschichtung Erträge zu entrichten wären. Wenn allerdings nicht umgeschichtet würde, fielen diese zwar ebenfalls weg, wofür aber dann die Kosten der Verwaltung anfielen.
Bei einer fiktiven Verteilung des Vermögens auf Indexfonds für Deutschland, Europa und die USA und eines vermögensverwaltenden Fonds zu jeweils 25%, betrügen die Kosten anschließend 0,45% pro Jahr. Für den aktiven Fonds kämen eventuell noch Kaufspesen hinzu, Ausgabeaufschlag sollte er nicht haben, dafür ist die Rückgabe hoffentlich frei. Dafür fallen für die Indexfonds vermutlich Transaktionskosten beim Verkauf an.
Eine Anlage von 20.000 € hätte sich bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite in Höhe von 6% in 20 Jahren auf ungefähr 58.020 € nach Kosten entwickelt. Davon müssten beim Verkauf noch Kapitalertragssteuern von circa 5.010 € auf die Erträge zu entrichten sein, so dass ein Endkapital von 53.010 zur Verfügung steht. Dies ergibt eine Nachsteuerrendite von knapp 5%, die nicht zu verachten wäre.
Im Vergleich mit der kompletten Anlage des Vermögens in aktive Fonds, deren Managementgebühr bei 1,5% oder darüber liegt, führt dies nur noch zu einer jährlichen Rendite von knapp 4% oder gut 9.200 € weniger. Vermögensverwaltungen, die eigene Kosten von 1% oder höher haben, welche zusätzlich zu den Fonds anfallen, vernichten die Rendite damit fast komplett. Alleine mit einem Absinken der Aktienrendite auf 5% pro Jahr bliebe dann fast kein Ertrag mehr übrig, weil sich die Rendite mehr als halbiert.
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