Es führt kein Weg daran vorbei, für lange Zeiträume den Sparvorgang über Aktien abzubilden. Es ist natürlich möglich, die Schwankungen zu verteufeln und die Risiken so hoch zu bewerten, dass am Ende die Investition in andere Anlagen ratsamer erscheint. Der Rendite-Unterschied wird jedoch die notwendige Sparleistung dermaßen in die Höhe treiben, dass eine bedarfsgerechte Planung nicht mehr möglich ist. Dies führt dazu, wie gerade zu beobachten ist, dass das Sparen von einem Großteil der Bevölkerung einfach eingestellt wird.
Es ist bei rückläufigen Leistungen des Staates schlicht keine Möglichkeit, auf Rendite zu verzichten und abzuwarten oder gar zu hoffen, es würde irgendwann besser werden. Stattdessen muss sich jeder selbst damit auseinandersetzen, was konkret gegen eine Investition in Aktien spricht. In der Regel ist das Hauptargument die Angst vor eventuellen Verlusten und damit zusammenhängend die notwendigen Nerven wären der Ansparphase.
Dem kann jedoch entgegengewirkt werden, sowohl auf rationaler als auch auf emotionaler Ebene. Rational gab es seit 1959 im DAX keinen Zeitraum über 22 Jahren, in dem ein Aktiensparplan negativ gewesen wäre. Dies bedeutet nicht, dass es in der Zukunft ebenso sein muss, jedoch sollte auch erst einmal der gegenteilige Fall eintreten, bevor dem nicht geglaubt wird. Für andere Indizes gilt übrigens das gleiche und mittels Nutzung verschiedener Indizes auf einmal sinkt die Wahrscheinlichkeit noch weiter.
Auf emotionaler Ebene geht es darum, das Auf und Ab des Aktienmarktes geschehen zu lassen, ohne direkt in Panik zu verfallen und getroffene Entscheidungen zu revidieren. Wer beim ersten Kursrückgang direkt verkauft, braucht nicht zu investieren, denn schon durch Kauf- und Verkaufsspesen beginnt jede Position im Minus. Ich möchte Dir daher mit diesem Erfahrungsbericht zeigen, dass jeder lernen kann, mit den Emotionen Angst und Gier am Aktienmarkt umzugehen. Wenn Du das schaffst gewinnst Du Optionen bei der Geldanlage hinzu und wirst Deine Rendite langfristig steigern, was Deine Vermögensentwicklung nur verbessern kann.
Als in Deutschland lebender, Aktien-interessierter Anlege habe ich unweigerlich in den letzten Jahren begonnen, in verschiedene Aktien zu investieren. Allerdings habe ich ziemlich wenig Ahnung, welche Aktien ich wählen soll und habe mehr zufällig meine Auswahl getroffen. Dabei habe ich auch einigermaßen Glück gehabt, weil ich mir als technikaffine Person die Deutsche Telekom, Microsoft, Intel, Compaq und Dell herausgesucht habe. Ich war der Ansicht, der Technik gehört die Zukunft und so müssen sich diese Aktien auch am besten entwickeln.
Über die Entwicklung möchte ich mich auch nicht beklagen, aber warum Microsoft so viel besser lief als Intel oder Dell als Compaq war mir nicht klar. Ich musste mir eingestehen, dass es doch eher mit Glück als mit Können zu tun hatte, dass mein Depot deutlich mehr Wert war, als ich investiert hatte. Obwohl die Mehrzahl der Werte im NASDAQ notiert waren, so lag mir dennoch der DAX als deutscher Index mit den größten deutschen Unternehmen näher. Ein Blick auf die Kursentwicklung der letzten 8 Jahre zeigte mir außerdem, dass auch hier ansehnliche Renditen möglich waren.
Langfristig ist ein Sparplan auf einen Aktien-Index bestimmt die rentabelste und kostengünstigste Anlage, allerdings kann es immer mal wieder Zeiträume geben, in denen es sich nicht lohnt. Die größte Gefahr geht jedoch davon aus, gar nicht erst durchzuhalten und irgendwann entweder nur die Sparraten einzustellen oder sogar alles zu verkaufen. Aber dann ist die Laufzeit garantiert geringer und dementsprechend größer die Schwankung beim Ergebnis.
Ich habe im Jahre 1998 begonnen monatlich mit einem kostenlosen Depot bei der DAB-Bank in den DAX zu investieren und führe dies bis heute weiter. Während ich zu Beginn noch in Zertifikate mit einer Kaufgebühr von 8,00 DM investiert habe, hat sich diese Gebühr über verschiedene Etappen von 4,00 €, 5,90 €, 5,30 € und wieder runter auf 4,05 € auf letztlich 0,00 € entwickelt. Die Zertifikate konnten außerdem nur in vollen Stücken gehandelt werden, während dies aktuell bei Indexfonds in Anteilen bis zur 4. Nachkommastelle möglich ist.
Die größte Veränderung habe ich letztlich bei der Anlagesumme vorgenommen, welche zunächst mit den vollen Stücken in DM geschwankt hat, bis diese letztlich Ende 2007 konstant in € war. Außerdem habe ich am Anfang noch studiert und entsprechend wenig sparen können. Mit Ende des Studiums und damit einem regelmäßigen Gehalt habe ich die Sparrate gesteigert und ebenso unregelmäßig jeweils mit Gehaltssteigerungen. Aktuell liege ich nominal bei etwa dem 6-fachen des Ursprungsbetrages, wobei die Inflation dafür sorgt, dass 600 € heute weniger wert wären als das 6-fache von 200 DM im Jahre 1998.
Begleite mich also auf meinem Weg und mit der Entwicklung meines Depots auf dem Weg vom 2. Quartal 1998 bis heute. Ich habe alle Beträge auf 100 € normiert, die Wertentwicklung über den Index rückgerechnet und die Kosten von 0,09% abgezogen, entsprechend dem Indexfonds DBX1DA der Deutschen Bank auf den DAX. Für die Wertentwicklung betrachte ich außerdem den Kaufzeitpunkt des jeweils 1. eines Monats, wobei ich jedoch immer am 8. gekauft habe. Die Rendite pro Jahr ist damit immer ein wenig tiefer als real, aber es ergibt eine gute Einschätzung für Dich.
Ich habe leider keine Indikation dafür, zu welchen Zeitpunkten am Tag die Käufe meines Sparplans von der Bank ausgeführt wurden, so dass ich in meinen Beschreibungen immer den Schlusskurs des Tages angebe. Gleiches erfolgt mit den gewichteten Kaufkursen, so dass ein schneller Vergleich mit dem Index möglich ist. Solltest Du einen solchen Sparplan einrichten ist dieser Abgleich absolut ausreichend, so dass Du nicht ständig in Dein Depot schauen musst, um den exakten Stand zu ermitteln.
Du kannst nun mit jedem Quartal verfolgen, was ich durchgemacht habe und wie sich die Höhen und Tiefen eines DAX-Investments anfühlen. Ich kann Dir jetzt noch nicht sagen, wie es ausgeht und ob ich einen guten Zeitpunkt erwischt habe. Außerdem sind ab 2009 alle Erträge auch nur noch vor Steuern, wobei diese jedoch mit der Wertentwicklung gut abgeschätzt werden können.
Wenn Du nicht 100 € pro Monat investieren möchtest, sondern nur 50 €, sogar 200 € oder jeden anderen Betrag, dann kannst Du alle Ergebnisse sehr einfach umrechnen. Es sind keine Gebühren eingerechnet, bis auf die prozentuale Managementgebühr, und sowohl Käufe als auch das Depot sind heutzutage umsonst. Wenn Du den halben oder den doppelten Betrag sparst, musst Du eben alle Beträge halbieren oder verdoppeln, die Wertveränderung in Prozent und die Rendite bleiben exakt identisch.
Aber so viel zur Einleitung, jetzt geht es los mit den ersten Investments.
Oder das Buch komplett anschauen!






