Mit der Annahme einer langjährigen Rendite von 6% kann ein Korridor erstellt werden, in dem sich der DAX in Zukunft bewegen sollte. Es kann trotzdem vorkommen, dass der DAX diesen Korridor verlässt. Dann ergäbe sich jedoch eine klare Aussage. Bricht der DAX nach oben aus, so wäre es ein Verkaufssignal, bei Ausbruch nach unten ein Kaufsignal.
Die Tiefstkurse von 1980/81 wurden seitdem nicht einmal mehr annähernd gesehen, 2008 ging es erneut in die Nähe des Tiefs von 2002. Abgesehen von der Periode zwischen 1973 und 1984 waren nur 1966 und 1987 leicht unter dieser Linie. Die Höchstkurse von 1960 wurden 1999 klar übertroffen und 2007 wenigstens wieder erreicht, die von 1999 waren jedoch einmalig.
Wenn ich mir daher die Grafik anschauen, dann gehe ich davon aus, dass die Kurse im Moment schon einigermaßen hoch sind, es aber schon höhere Bewertungen gab. Werden dann noch die Zinsen und die Inflation mit einbezogen, dann ergibt sich daraus eine niedrigere zu erwartende Rendite. Mit einem Knick der Rendite zu Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 erscheint die Bewertung noch höher, wobei eine Schätzung der langfristigen Rendite am Aktienmarkt seit diesem Zeitpunkt für mich noch nicht möglich ist.
Die Problematik ist wie immer, ohne Erfahrung sind vermutlich alle Linien nur mit einer geringen Aussage. Wer beispielsweise erst seit 2009 dabei ist und in der Zeit seitdem nur steigende Kurse innerhalb der inneren beiden Linien erlebt hat, wird kaum Emotionen damit verbinden. Wer allerdings die Abwärtsbewegung seit Beginn der Finanzkrise 2007/8 bis zum Tief im Jahr 2009 miterlebt hat, verbindet ganz andere Gefühle mit den Kursen in 2009. Gleiches gilt für das Hoch im 2000 und die folgenden Tiefs im Jahr 2001 und 2003. Erfahrung ist daher alles und dass es mindestens ein Zwischenhoch zu Beginn des Jahres 2018 gab ist Ende 2018 klar, aber wo das Tief sein wird ist noch lange nicht ausgemacht.






