Eine Wertsteigerung von 50% hört sich gut an und ist zumindest deutlich im Plus. Dennoch lohnt es sich zu hinterfragen, was diese Zahl tatsächlich bedeutet. Denn je nach Zeitraum, den die Anlage dafür gebraucht hat, kann die jährliche Rendite hervorragen oder jämmerlich sein. Die Grafik stellt diesen Zusammenhang dar, jedoch leicht verzerrt, weil die waagrechte Skala nicht linear ist. Sie ist vielmehr zu Beginn auseinandergezogen und am Ende zusammengequetscht, ansonsten wäre die angezeigt Kurve viel runder.
Noch runder wäre die Kurve, wenn die Skala der senkrechten Achse nicht logarithmisch wäre, der Wert sich also mit jedem Intervall verdoppeln würde. Dadurch scheint sie Rendite nicht so graphisch nicht so stark zu steigen. Wenn man allerdings die 400% ins Verhältnis zu den 3,1% tiefer setzt und den Faktor weit über 100 erkennt, lässt sich erahnen, wie hoch die Grafik ohne geänderte Skala sein müsste.
Für die Anlagedauer von einem Jahr entspricht die Rendite genau der Wertsteigerung. Für längere Anlagedauern sinkt diese jedoch, für kürzere steigt sie. Wer beispielsweise 50% in einem Vierteljahr schafft, erzielt eine jährliche Rendite von über 400%. Nach einem halben Jahr ist sie bereits auf 125% gesunken. Deswegen immer Vorsicht, wenn bei der Renditeberechnung kurze Zeiträume genutzt werden, dies kann in die Irre führen. Bei 125% fällt es vielleicht auf, aber wer dort 8% liest muss schon näher hinschauen.
Nach 2 Jahren ist die Rendite bereits auf 22,5% gesunken, nach 5 Jahren sogar schon auf jährliche 8,4%. Nach 10 Jahren verbleiben gerade einmal 4,1% und nach 25 Jahren ist es mit 1,6% gerade noch in Höhe der Inflation. Wenn sich also ein Hausbesitzer über eine Wertsteigerung von 50% oder 100% freut, dann muss dies aufgrund der langen Zeiträume noch lange keine gute Investition gewesen sein. Zumindest muss sich die Rendite mit anderen Anlageklassen wie beispielsweise Aktien vergleichen lassen.






